Erforschung von Impulskontrolle bei Ecstasy- und Crystal Meth-Konsumenten (EMIC)

Sowohl „Crystal Meth“ (der Wirkstoff Methamphetamin) als auch „Ecstasy“ (der Wirkstoff MDMA) werden immer häufiger konsumiert. Beide Substanzen werden als „Stimulantien“, d.h. anregende Stoffe, klassifiziert und können sich negativ auf die Impulskontrolle auswirken. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass mit regelmäßigem Konsum beider Substanzen das Risiko steigt, Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Bereichen der Impuls- oder Handlungskontrolle zu entwickeln.

Die Mechanismen, über die Ecstasy und Crystal Meth im Gehirn ihre jeweilige Wirkung entfalten, sind jedoch unterschiedlich: 

Crystal Meth hat einen starken Einfluss auf das dopaminerge System und erhöht dort die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin. Hierdurch erzeugt Crystal Meth
sehr angenehme Gefühle und trägt bei vielen Menschen zur raschen Ausbildung einer Suchterkrankung bei. Bei manchen Menschen kann Crystal Meth unter
anderem auch aggressive Tendenzen verstärken, weshalb wir dieses in unserer Studie miterfassen.

Ecstasy hingegen wirkt vor allem auf das serotonerge System und erhöht hier die Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin. Auch dieser Effekt wird von den meisten Konsumenten als sehr angenehm erlebt und kann darüber hinaus das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Gruppe verstärken.

Dopamin und Serotonin vermitteln jedoch nicht nur Belohnungseffekte und angenehme Gefühle, sondern spielen darüber hinaus auch eine wichtige Rolle für Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Emotionserkennung und sogenannte Handlungskontrollfunktionen (hierunter versteht man die Fähigkeit, Regeln zu befolgen, verschiedene Aufgaben gleichzeitig auszuführen und/oder geplante Handlungen nach einem Änderungsreiz abzubrechen, um stattdessen eine alternative Handlung auszuführen). Hinzu kommt, dass sich auch in tiefen Hirnstrukturen (den sog. Basalganglien) Veränderungen weiterer Botenstoffsysteme wie dem GABAergen und dem glutamatergen System beobachten lassen. Bisher gibt es jedoch nur sehr wenige Studien, die sich mit der Frage beschäftigen, in welchen konsumunabhängigen Bereichen des Empfindens, Lernens und Handelns Crystal Meth und Ecstasy Veränderungen unserer Fähigkeiten sowie der hiermit assoziierten Hirnaktivität erzeugen. Auch ist bisher nur unzureichend erforscht, welche Rolle die einzelnen Botenstoffe (Transmitter) hierbei spielen.  

Vor diesem Hintergrund soll unsere Studie dabei helfen, die unterschiedlichen An- und Herausforderungen, denen Crystal Meth- und Ecstasy-Konsumenten ausgesetzt sind, besser erfassen und verstehen zu können.

Die Studie läuft bis Ende des Jahres 2020.

Wie läuft die Studie ab?

Die Studie umfasst 2 Termine, welche insgesamt ca. 6-7 Stunden Zeitaufwand bedeuten. Folgende Tests und Methoden finden Anwendung:

  • Blut- und Haarproben
  • Urintest
  • MR-Untersuchung (Magentresonanzspektroskopie)
  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • Es werden kein Crystal, Ecstasy oder andere pharmakologisch wirksame Substanzen im Rahmen der Studie verabreicht.
  • Personenbezogene Daten werden nicht weitergegeben und nur anonymisiert aufbewahrt. Es wird absolute Diskretion gewährleistet.

Wer kann teilnehmen?

  • Männer & Frauen
  • 18-40 Jahre
  • regelmäßiger Konsum von Crystal Meth, mindestens einmal in den letzten 6 Monaten ODER keine Erfahrung mit Stimulanzien (z.B. Crystal, Ecstasy, Kokain, Amphetamine)“

Ihre Aufwandsentschädigung

Für Ihre Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 100,-€.

Adresse

Erforschung von  Impulskontrolle bei Ecstasy- und Crystal Meth-Konsumenten (EMIC) Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Schubertstr. 42 01307 Dresden

Kontakt

Claudia Seifert Telefon: 0351 458 7168 Fax: 0351 458 5754 E-Mail

Kurzinformation

männlich weiblich

Seelische Gesundheit

MRT-tauglich

Metallsplitter im Körper neurologische oder psychiatrische Erkrankungen schwangere oder stillende Patienten Gerinnungsstörung

in Arbeit Schüler Student Rentner arbeitssuchend sonstiges

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