Seelische Gesundheit

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick zu unseren aktuellen klinischen Studien

Die Dresdner Hochschulmedizin ist führend in der Therapie komplexer, besonders schwerer oder seltener Erkrankungen. Durch die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung können innovative Therapiemethoden und neueste Erkenntnisse aus der Forschung schnell und auf direktem Weg in die Behandlung unserer Patienten eingebracht werden.

Um neue Behandlungsformen, Therapien oder Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit zu prüfen, sind klinische Studien erforderlich. Die Dresdner Hochschulmedizin führt zahlreiche solcher klinischen Studien durch. Durch die Teilnahme an klinischen Studien erhalten Patienten die Möglichkeit, sich auf freiwilliger Basis sehr frühzeitig und unter strengen Kontrollbedingungen neuen Therapiemethoden, Arzneimittelanwendungen oder anderen medizinischen Interventionen zu unterziehen.

Neuronale olfaktorisch-emotionale Interaktion bei Depression

Aufgrund eines gemeinsamen evolutionären Ursprungs gibt es große Gemeinsamkeiten in der Verarbeitung von Gerüchen und Emotionen. Diese Tatsache geht zurück auf die Besonderheiten der Gehirnentwicklung beim Menschen. Von großem Interesse ist dabei aktuell ein Gehirnareal, das als Insel bezeichnet wird. Neben der Geruchsverarbeitung ist die Insel sehr wichtig für die emotionale Salienz. Dieser Bereich zeigt nun Veränderungen in Aktivierungsmustern von depressiven Patienten und Patientinnen, welche wir im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden untersuchen möchten.

Studie zur Überprüfung der Vorhersagen von Modellen der Verhaltenssteuerung (FlankVol)

Ein bedeutsamer Aspekt der Erforschung unseres Gehirns ist, zu verstehen, wie unser Verhalten gesteuert wird, welche Hirnprozesse es uns ermöglichen zu planen, Entscheidungen treffen zu können und unser Verhalten optimal an unsere Umgebung anzupassen. In dieser grundlagenwissenschaftlichen Studie sollen Vorhersagen verschiedener Modelle der Verhaltenssteuerung überprüft werden.

Studie zu Verlust und Wiedererlangung von Selbstkontrolle (SFB_TRR)

Wichtig für das Verständnis von Alkoholkonsumstörungen ist es, zu untersuchen, wieso die Patienten wenig Kontrolle über ihr Bedürfnis, zu trinken, haben. In dieser Studie soll herausgefunden werden, wie solche Kontrollmechanismen bei Menschen ohne Alkoholkonsumstörung ablaufen.

REDOMindApp - Interventionsstudie zur Erforschung neurobiologischer Grundlagen von Zwangsstörungen

Diese Studie zu Zwangsstörungen besteht aus 2 Teilbereichen: REDO: Dieser Bereich der Studie untersucht, ob sich von einer Zwangsstörung betroffene Jugendliche sich anders verhalten als nicht-betroffene Jugendliche, wenn es darum geht Belohnungen zu erzielen und Verluste zu vermeiden und ob potenzielle Veränderungen dabei auf eine veränderte Aktivierung des neuronalen Belohnungssystems zurückzuführen sind. Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit Jugendliche mit Zwängen bestimmte Emotionen (durch Wörter oder Bilder ausgelöst) anders verarbeiten als nicht-betroffene Jugendliche und welche Hirnregionen dabei aktiviert sind. MindApp: Dieser Studienbereich untersucht die Veränderbarkeit der Gehirnaktivität durch Achtsamkeitsübungen (per Smartphone-App) bei Jugendlichen mit Zwangsstörungen.

Anamnestische Marker von Entwicklungsstörungen - Zeugnisprojekt

Anamnestische Daten zu Entwicklungsdaten werden in der Klinik routinemäßig erhoben. Es fehlen jedoch systematische Untersuchungen, inwieweit sich aus den anamnestischen Entwicklungsdaten konkrete Profile ergeben, die auf spätere spezifische Erkrankungen hinweisen. In dieser Studie sollen routinemäßig erhobene Entwicklungsdaten qualitativ mit einer gezielten Nachexploration verglichen und in Perspektive gesetzt werden zur klinischen Diagnose im Jugendalter.

Neurobiologie der Anorexia Nervosa (Magersucht)

Essstörungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Jugend- und Erwachsenenalters. Magersucht ist durch einen selbst verursachten Gewichtsverlust oder eine unzureichende altersentsprechende Gewichtszunahme, Angst vor Gewichtszunahme, eine ausgeprägte Körperschemastörung und das Ausbleiben der Monatsblutung gekennzeichnet. Aktuell ist das Wissen über die Mechanismen und die Ursachen der Magersucht immer noch gering, nicht alle Patientinnen können erfolgreich behandelt werden. Ziel der Studie sind zum einen Erkenntnisse darüber, ob die Wahrnehmung und Verarbeitung bestimmter Reize aus der Umwelt (z.B. Belohnungen) bei akut erkrankten und ehemaligen Patientinnen mit Magersucht anders erfolgt als bei nicht betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zum anderen sollen Zusammenhänge mit dem Hormonhaushalt und bestimmten Botenstoffen im Gehirn untersucht werden.

Autismusspezifische Frühintervention (AFFIP)

Ca. 1% aller Kinder und Jugendlichen leiden an einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Aktuell geht man davon aus, dass ASS bleibende Erkrankungen sind, die bis in das Erwachsenenalter andauern. Mit fundierter und insbesondere früher Therapie lassen sich jedoch bei vielen Kindern Verbesserungen der Autismussymptomatik erreichen.

MATRIX-Studie - Studie zur Evaluation von Suchttherapieprogrammen

Drogen-/Alkoholsucht wirkt sich schwerwiegend auf Gesundheit, Schule oder Arbeit, aber auch auf die Familie und den Freundeskreis aus. Dies zieht häufig Schulabbrüche, Trennungen und Ähnliches nach sich. In unserer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden helfen wir Dir mit dem neuesten Therapieprogramm, die wichtigen und richtigen Schritte zu gehen, um die Drogen-/Alkoholsucht zu beenden.

ADHS-Treatment - Effekte verschiedener Therapieformen auf motorische und attentionale Fertigkeiten sowie Handlungskontrollfunktionen

Annähernd die Hälfte der Kinder mit ADHS zeigen Beeinträchtigungen in ihren motorischen Fertigkeiten bzw. weisen eine UEMF auf. Durch ihre Verhaltensauffälligkeiten und motorische Ungeschicklichkeit kann es zum Ausschluss von sozialen Aktivitäten kommen. Dieser hat wiederum negative Auswirkungen auf die Psyche und den Selbstwert.Es gibt nur wenige Studien, die die Wirksamkeit von Behandlungsmöglichkeiten bei dieser Gruppe von Betroffenen erforscht haben. Wir wollen daher in unserer Studie untersuchen, welche Effekte die verschiedenen Behandlungsoptionen (Physiotherapie, Elterntraining, Neurofeedback und ggf. Medikation mit Methylphenidat) sowohl auf die AD(H)S-Symptome und eventuell bestehende motorische Probleme als auch auf diverse neurowissenschaftliche Parameter haben.

Anamnestische Marker von Entwicklungsstörungen

Anamnestische Daten zu Entwicklungsdaten werden in der Klinik routinemäßig erhoben. Es fehlen jedoch systematische Untersuchungen, inwieweit sich aus den anamnestischen Entwicklungsdaten konkrete Profile ergeben, die auf spätere spezifische Erkrankungen hinweisen. In dieser Studie sollen routinemäßig erhobene Entwicklungsdaten qualitativ mit einer gezielten Nachexploration verglichen und in Perspektive gesetzt werden zur klinischen Diagnose im Jugendalter.

Steigerung des Wohlbefindens bei Kindern mit ASS durch Unterstützung mittels Coenzym-Q10-reicher Ernährung

Unsere Studie untersucht, ob eine Q10-reiche Ernährung über 24 Wochen, und somit die Steigerung des Q10-Spiegels im Blut, das Wohlbefinden von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) steigert. Q10 (oder Ubiquinol, Ubichinol, Coenzym Q10) ist ein körpereigener Stoff, welcher zum Teil durch die Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper selbst produziert wird. Es ist u.a. an der Energieproduktion und am Zellschutz beteiligt und schützt als starkes Antioxidans den Körper. Q10 ist ein vitaminähnlicher Stoff und wird derzeit auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. In Untersuchungen zu Herzerkrankungen und Parkinson, wurde Q10 bereits eine positive Wirkung zugeschrieben.

Kann ich mein Kind riechen?

Können Eltern ihre Kinder am Geruch erkennen? Ändert sich unser Körpergeruch während der Entwicklung? Zu diesen Fragen erforschen wir im Rahmen einer großen Familienstudie die Einflüsse von genetischen und hormonellen Komponenten auf die Wahrnehmung von Körpergerüchen.